KOMMENTAR: TIER-NOTRUF SPIELT MIT EIGENER SERIÖSITÄT

RuhrkanalNEWS-Redaktionshund Cosmo (Foto: RuhrkanalNEWS)

Ein Kommentar zu unserem Bericht über Tier-Notruf.

Um es direkt vorweg zu sagen, bei RuhrkanalNEWS arbeiten keine Tierhasser. Redaktionshund Cosmo ist regelmäßig bei Dreharbeiten dabei und genießt auch sonst in den Redaktionsräumen große Freiheiten. Diverse, im Spiel angeknabberte Ausrüstungsgegenstände sprechen an der Stelle eine eindeutige Sprache. Die Redakteure besitzen außerdem Katzen, Pferde und viele Hühner, sie wissen gute tierärztliche Versorgung zu schätzen.

Es geht also nicht darum, das Geschäftsmodell von Tier-Notruf in Frage zu stellen. Es scheint Bedarf für die Dienstleistung zu geben, auch wenn die wenigsten Einsätze tatsächlich medizinische Gründe haben. Und dennoch muss sich ein Unternehmer, besonders wenn er so offensiv für seine Dienstleistungen wirbt, auch der Kritik stellen.

Dass ein Unternehmer, wie durch mehrere Feuerwehrleute unabhängig voneinander geschildert, während laufender Einsätze versucht Aufträge zu bekommen, „Sind auch Tiere betroffen?“, ist sicher kein Gebaren, das seriös wirkt. Dass ein Unternehmer, obwohl entsprechende Anträge abgelehnt worden sind, weiterhin Blaulicht an seinen Fahrzeugen führt und dies mit einer sehr eigenwilligen Erklärung begründet, ist nicht akzeptabel. Es gibt für Fahrzeuge mit Sonderrechten ganz klare gesetzliche Grundlagen, die treffen nach Ansicht der zuständigen Genehmigungsbehörden auf das Unternehmen „Tier-Notruf“ nicht zu. Wenn der Inhaber anderer Meinung ist, kann er dagegen Widerspruch einlegen oder vor Gericht dagegen klagen. Sich einfach über behördliche Entscheidungen hinwegsetzen, geht nicht. Das scheint Inhaber Jörg Schlüter auch bewusst zu sein, denn auf der Homepage seines Unternehmens befinden sich nur Fotos, bei denen das Blaulicht nicht zu erkennen ist.

Klare Regeln müssen beachtet werden

Auch die Verwendung des Wortes „Rettungsdienst“ ist ganz klar geregelt. Ohne den Zusatz „Tier“ darf das Unternehmen das Wort nicht nutzen, das ist im Rettungsgesetz des Landes NRW eindeutig geregelt und unstrittig. Auf den Fahrzeugen ist das inzwischen auch entsprechend geändert. Ob das Wort „Rettungsdienst“ zwischen den ungenehmigten Blaulichtern dennoch eine Verletzung der Vorschriften darstellt, darüber können Juristen bestimmt trefflich streiten. Dass es auf der Homepage bis heute, trotz Aufforderung des Ennepe-Ruhr-Kreises dies zu ändern, prominent verwendet wird, ist nicht in Ordnung.

Die geschickte inhaltliche Vermischung von Unternehmen und gemeinnützigem Verein auf der Homepage ist sicher nicht strafbar. Ebenso wenig, dass der Firmeninhaber gleichzeitig Vorsitzender seines Fördervereins ist. Aber es hat eben Geschmäckle, wie die Schwaben sagen.

Darüber, dass es nicht akzeptabel ist, wenn während laufender Einsätze die Feuerwehr mit Anrufen gestört wird, muss an dieser Stelle wohl nicht diskutiert werden. Die Einsatzleiter alarmieren bei verletzten, herrenlosen oder anderweitig zu versorgenden Tieren die zuständigen Ordnungsbehörden. Diese entscheiden dann, was zu tun ist. Das kann(!) bedeuten, dass Tier Notruf beauftragt wird, sich um das jeweilige Tier zu kümmern. So sind die Regeln, eine Umkehrung durch Tier-Notruf ist darin nicht vorgesehen.

Ein Unternehmen, das darauf setzt, dass Tierbesitzer ihre Lieblinge durch seine Mitarbeiter betreuen und versorgen lassen, muss sich korrekt verhalten. Schon bei Kleinigkeiten, erst recht bei klaren gesetzlichen Bestimmungen. Sonst entsteht schnell der Eindruck, dass es ums schnelle Geld geht, die potenziellen Kunden könnten schnell den Verdacht haben, es werde mit Drückermethoden gearbeitet. Das würde dazu führen, dass sie nicht mehr überzeugt sind, ihr Tier werde bestmöglich versorgt, sondern denken es werde nach Gewinnmaximierung behandelt. Nur für Fundtiere benötigt man jedenfalls keinen Tier-Rettungswagen.

2 Kommentare zu "KOMMENTAR: TIER-NOTRUF SPIELT MIT EIGENER SERIÖSITÄT"

  1. Sehr interessant, wenn man irgendeinen Entscheidungsträger für solche Zuständigkeiten im EN-Kreis auf ihn anspricht. Deren Begeisterung hält sich in arg überschaubaren Grenzen. Die angedeuteten Gespräche mit dem Kreis müssen arg einseitig sein.

    So langsam finde ich es echt schade, dass dieser Sektor der Arbeit mit Tieren (noch) keiner Erlaubnispflicht bedarf. Wer seriös ist, sollte zumindest den Stand der deutschen Tierrettung haben. Die fahren immerhin mit veterinär-medizinisch geschultem Personal. Oft haben sie sogar Tierärzte dabei. Das wäre wirklich Tierrettung und Betreuung medizinischer Notlagen. Der Schlüter ist doch allenfalls ein Taxi-Dienst für Tierhalter mit gepfefferten Preisen

  2. Danke für diesen Beitrag.
    Das wäre höchste Zeit. Mit Tierschutz hat der Tier-Notruf Hattingen/Friesland wenig am Hut.
    Meines Wissens nach (wurde mir so berichtet) kassiert er auch Gelder für Angestellte, die aber nur unbezahlt auf Abruf stehen und nur was von dem Geld sehen, wenn sie mal einen Einsatz haben.
    Alles in allem hat das Ganze wirklich ein „Geschmäckle“.

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