KNIPPEL SORGT FÜR EKLAT IM RAT

Rathaus in Hattingen (Foto: ruhrkanalNEWS)

Hattingen- Die Fraktionsvorsitzenden halten ihre Haushaltsreden. Der heraufziehende Wahlkampf ist zu spüren, die einen loben die Übertragung der Nutzungsrechte am städtischen Kanalnetz als „Meisterstück“, die anderen bewerten es als Ausverkauf städtischer Vermögenswerte, der an grundsätzlichen Problemen nichts ändert. Die politischen Gegner können die vorgetragenen Positionen ziemlich genau vorausahnen, es herrscht eine gewisse schläfrige Stimmung im Ratssaal.

Diese wird erstmals unterbrochen, als Gilbert Gratzel (FDP) ans Rednerpult tritt. Er rechnet mit der Stadtverwaltung ab, klagt über marode Straßen, heruntergekommende Schulen, zu teurem Grünabfall und schlechtem ÖPNV. Auf einmal sind die Stadtverordneten hellwach. Schließlich trägt Gilbert Gratzel Positionen vor, die wie man sie sonst nur aus verschiedenen Facebook-Gruppen kennt, dort werden sie gerne unter dem Deckmantel irgendwelcher Pseudonyme vertreten. Doch dann löst der FDP-Fraktionsvorsitzende auf: er macht deutlich, dass er diese Positionen selbstverständlich nicht vertritt. Er ist mit dem Verlauf der bisherigen Legislaturperiode sehr zufrieden und begründet das ausführlich mit Zahlen.

Friedhelm Knippel, Die Linke (Foto: RuhrkanalNEWS)

Dieser Aufhorcher wird kurze Zeit später noch getoppt. Friedhelm Knippel (Die Linke) tritt ans Pult. Seine eher phlegmatische Art des Vortrags verspricht kein besonderes Erlebnis. Doch die Stadtverordneten und vor allem der Bürgermeister sind schlagartig hellwach, als der Satz „Herr Bürgermeister, ich biete Ihnen 1.000 Euro mehr als Schulte-Stade, wenn ich dann die Stadtentwicklung bestimmen kann.“

Direkt im Anschluss stellt Dirk Glaser klar, dass das als Vorwurf der Bestechlichkeit gewertet werden kann und dass er das von einem Anwalt überprüfen lässt. Friedhelm Knippel streitet ab, dem Bürgermeister diesen Vorwurf gemacht zu haben. Da die gesamte Stadtverordnetensitzung mitgeschnitten wird, soll morgen die entsprechende Stelle nochmal gehört werden. Erst danach will Dirk Glaser eine endgültige Entscheidung treffen.

Update:

Friedhelm Knippel stellt nach einer Sitzungspause erneut klar, dass er dem Bürgermeister keine Bestechlichkeit unterstellen wollte. Er bezog sich demnach auf das Verhalten einiger Unternehmer in Hattingen, die er in seiner erneuten Erklärung nicht namentlich nennt. Dirk Glaser nimmt die Aussage zur Kenntnis, kündigt aber an, dass die kritisierte erste Formulierung dennoch zwischen ihm, Knippel und Alfred Schulte-Stade aufgearbeitet werden muss.

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