KLINIK HOLTHAUSEN BLEIBT MINDESTENS BIS 2036

Klinik Holthausen (Foto: RuhrkanalNEWS)

Dirk Glaser, Dirk Rottwinkel und Dr. Axel Petershofer (vlnr) freuen sich, dass der Klinikstandort Holthausen erhalten bleibt (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- Die Betriebsversammlung war sehr emotional, so schildert es Klinikgeschäftsführer Dirk Rottwinkel. Am Ende gab es für alle Mitarbeiter Sekt und Häppchen, denn auf die gute Nachricht wollten alle anstoßen. Immerhin sind 60 der aktuell 550 Mitarbeiter seit 25 Jahren, also von Anfang an, in der Klinik angestellt.

Der Standort der Vamed Klinik (ehemals Helios-Klinik) in Holthausen steht seit Anfang 2016 auf der Kippe. Die Klinik will den bis 2022 laufenden Vertrag nur verlängern, wenn die Konditionen deutlich günstiger werden. „Die Zahlungen waren so hoch, dass wir keinen Spielraum für nötige Investitionen hatten“, sagt Dirk Rottwinkel. „Wir haben dem Vermieter, der Axa-Gruppe, damals die Konditionen genannt, die aus unserer Sicht nötig waren, um in Holhausen bleiben zu können.“ Doch die Gegenseite bewegt sich nicht, bis vor einem Jahr ist die Situation festgefahren, beim Mutterkonzern der Klinik werden Alternativen durchgespielt. Eine Option ist der Umzug nach Wuppertal. Dort besitzt die Fresenius-Gruppe, zu der Vamed gehört, eine weitere Klinik. Auf dem Gelände hätten die Abteilungen aus Hattingen sich etablieren können. Die zweite Option ist ein Neubau in Hattingen, im Gespräch ist das ehemalige O&K- Gelände.

Aus Helios wurde zum 1. Juni Vamed (Foto: RuhrkanalNEWS)

„Beides wäre mit Nachteilen verbunden gewesen. Wahrscheinlich wären nicht alle Mitarbeiter an den Standort nach Wuppertal gewechselt,“ so Dirk Rottwinkel. „Das O&K Gelände wäre von der Lage und dem Erweiterungspotenzial nicht optimal gewesen.“ Als die Planungen für eine Verlagerung der Klinik anlaufen, schaltet sich Bürgermeister Dirk Glaser als Vermittler ein. Er bringt beide Seiten zu einem Gespräch zusammen und moderiert die Runde. Im Anschluss wechseln beim Axa Konzern die Ansprechpartner und plötzlich kommt wieder Bewegung in die Sache. Der Geschäftsführer dankt Dirk Glaser ausdrücklich für sein Engagement in dieser Sache. Der wiederum verweist auf die enorme Bedeutung die der größte Arbeitgeber für die Stadt hat. „Ich bin heilfroh, dass die Klinik in Hattingen und am Standort in Holthausen bleibt“, so Dirk Glaser. Auf welche Konditionen sich beide Parteien geeinigt haben, wollten die Verantwortlichen nicht mitteilen.

Sanierung und 100 Früh-Reha-Betten

Ins Klinikgebäude wird nun wieder investiert um den Sanierungsstau zu beseitigen (Foto: RuhrkanalNEWS)

Mit den durch die günstigeren Mietkonditionen freigewordenen Mitteln soll nun ein „enormer Sanierungsstau“ beseitigt werden. Welche Summen in die Modernisierung fließen, bleibt ebenfalls ein Geheimnis. Dennoch: Zahlreiche bauliche Veränderungen werden in den nächsten Wochen und Monaten in Holthausen vorgenommen. „Wir müssen umbauen und auch organisatorische Veränderungen auf den Weg bringen, damit wir zukünftig gut aufgestellt sind“, erklärt der ärztliche Direktor Dr. Axel Petershofer. Denn die Klinik in Holthausen hat sich für das Programm „Phase B“ des Landes NRW beworben. Mit diesem Programm soll die Versorgung mit sogenannten Früh-Reha-Plätzen verbessert werden. Damit will Nordrhein-Westfalen zu anderen Bundesländern aufschließen. Holthausen hat sich auf 100 Plätze beworben, für das ganze Land gibt es 1000, von denen 200 bereits vergeben sind. Die Früh-Reha-Plätze sollen einen reibungslosen Übergang für schwerst neurologisch erkrankte Patienten von der Intensivstation in die Reha erleichtern. Mit ihnen will NRW die medizinische, pflegerische und therapeutische Spitzenversorgung auf wenige Krankenhäuser im Land konzentrieren. „Wir haben das auch bisher schon in vielen Fällen gemacht, aber das war abrechnungsmäßig nicht ganz leicht“, erklärt Petershofer.

Mit der Aufnahmen in das Programm will die Klinik das Ziel von 300 Behandlungsminuten pro Tag und Patient zuverlässig erfüllen. An der Gesamtzahl der Betten in Holthausen ändert sich dadurch nichts, sie bleibt bei 270. „Wir werden diese Behandlungsplätze innerhalb des Hauses durch Umorganisation schaffen“, sagt Dirk Rottwinkel. Sollten die 100 Früh-Reha-Plätze genehmigt werden, verbessert das vor allem die Situation von Ruhrgebietspatienten. „Wir haben zwar Patienten aus ganz Deutschland, aber 80% der Patienten kommen aus einem Umkreis von 80 Kilometern.“

1 Kommentar zu "KLINIK HOLTHAUSEN BLEIBT MINDESTENS BIS 2036"

  1. Angelika Wurm | 6. Juni 2019 um 23:59 |

    Sowohl Vamed als auch Helios gehören zu Fresenius ….

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