HATTINGER UNTERNEHMEN TROTZEN DER CORONA-KRISE: BÄCKEREI NIELAND

Frank Nieland versucht die Corona-Krise zu überstehen (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- Zu Frank Nieland kommt man im Augenblick nur durch die Backstube. Der Laden in der Altstadt ist zur Zeit geschlossen, da geht es dem Besitzer der ältesten Bäckerei Hattingens nicht besser, als vielen anderen Einzelhändlern. Und trotzdem ist es es eine ungewöhnliche Situation. „Unsere Bäckerei gibt es jetzt seit 121 Jahren. Mein Großvater hat mir erzählt, dass wir selbst im zweiten Weltkrieg immer geöffnet hatten“, sagt Frank Nieland. „Nach Bombenangriffen musste er manchmal aufräumen, aber gebacken wurde eigentlich immer.“

Momentan sind „noch anderthalb von vier Läden“ geöffnet, die meisten Angestellten in Kurzarbeit. Außer dem Café-Betrieb in der Heggerstraße sind der Traditionsbäckerei auch Lieferaufträge an Hotels und Tagungszentren weggebrochen. Gleichzeitig müssen Mieten für die Ladenlokale weiterhin bezahlt werden, Heizkosten sind kaum gesunken und auch die Stromrechnung ist fast auf Normalmaß. An den laufenden Kosten ändert sich auch beim Stillstand durch Corona nichts.

Gebacken wird in der Hattinger Altstadt trotzdem jeden Tag. Die Verkaufsstellen bei EDEKA in Holthausen und in der Heggerstraße werden weiterhin beliefert, so kommen die Stammkunden weiterhin an ihr geliebtes Backwerk aus dem Hause Nieland. Zum Beispiel an die Rosinenschnecken, die während der RuhrkanalNEWS Dreharbeiten entstehen. Denn eins ist auch klar, die Lager der Bäckerei sind gut gefüllt. Einen derartigen Absatzeinbruch hat Frank Nieland bis vor wenigen Tagen schließlich nicht erwartet.

Ein ungewohntes Bild – Leere Regale wohin man schaut (Foto: RuhrkanalNEWS)

Unter anderem sind an der Backstube zwölft Tonnen Mehl im Silo, dazu ausreichend Frischhefe. Auf den erstaunten Blick der Reporter reagiert der Bäckermeister gelassen. „In Deutschland verarbeiten wir alle die Ernte des Jahres 2019, die reicht normalerweise bis Dezember 2020“, sagt Frank Nieland. „Es gibt in Deutschland und Europa keinen Engpass an Mehl, auch Hefe ist in ausreichender Menge vorhanden. Ich verstehe nicht, warum beides momentan gehamstert wird.“ Und zum Beweis, dass beide Zutaten nicht knapp sind, macht Frank Nienland ein Angebot an seine Kunden. Nach Rücksprache mit dem EDEKA-Besitzer in Holthausen verkauft er dort neben Brot zur Zeit auch Mehl in haushaltsüblichen Portionen und Frischhefe. Beides kann er nämlich jederzeit nachbestellen.

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