HATTINGER KAFFEETOUR

Claus J. Barteczko und Olaf Scherff im RuhrkanalNEWS-Studio (Foto: Samuel Kumanan)

Hattingen- Ob „Coffee to go“ oder das klassische Kaffeekränzchen, beides ist in Zeiten der Corona-Krise eine große Ausnahme. Das eine ist in der Regel eine eher unentspannte Angelegenheit, weil die meisten Menschen auch mit einer textilen Mund-Nase-Bedeckung in der Öffentlichkeit unterwegs sind (die allerdings dort gar nicht notwendig ist), und das andere macht aufgrund der Abstandsregeln und des Kontaktverbotes auch nicht wirklich Sinn. Trotzdem stehen persönliche Kontakte bei einem guten Kaffee auf der Wunschliste vieler Hattinger ganz oben. Gemeinsam mit Abstand das beliebte Heißgetränk genießen und dabei das Gefühl bekommen, nicht allein in der Krise unterwegs zu sein – das ist schon eine gute Idee.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Claus J. Barteczko und Olaf Scherff im RuhrkanalNEWS-Studio (Foto: Samuel Kumanan)

Und die hatte Olaf Scherff, Inhaber der Kaffeerösterei „Mayola“. Er packte sich einfach ein paar Kilogramm der schwarzen Bohnen, bewaffnete sich mit Fotograf Samuel Kumanan und machte sich auf in die Hattinger Innenstadt. Dort besuchte er Freunde und Geschäftsinhaber, überreichte ihnen ein Kilogramm Kaffee für einige Stunden Auszeit. „Mit dem Mayas habe ich in Hattingen 2005 begonnen, seit 2013 starte ich mit der Kaffeerösterei Mayola durch. Seit 2011 beliefere ich den Einzelhandel. Mittlerweile haben wir über 300 Einzelhändler in ganz NRW, die zu den Stammkunden von unserer Kaffeerösterei gehören“, erzählt Olaf Scherff. Der vierfache Familienvater freut sich über den Erfolg der kleinen Bohnen und ist für soziales Engagement und Spaß immer zu haben. In diesem Jahr war er auf Ruhrkanal.NEWS beispielsweise mit dem besten Kaffee-Aprilscherz zu sehen – dem „Schwanenkaffee“. Das nahmen auch die großen Kaffeemarken mit einem Lachen zur Kenntnis. Doch neben dem Spaß zählt für den erfolgreichen Hattinger Unternehmer auch das solidarische Handeln. „Ich engagiere mich gern für meine Stadt. Jetzt, in der Corona-Krise, kenne ich viele Menschen, die Sorgen haben. Das sind wirtschaftliche Ängste, Zukunftsängste, natürlich auch gesundheitliche Sorgen. Weil wir den Handel beliefern, ist mein Unternehmen nicht so stark von der Krise betroffen. Normalerweise ordere ich zu Jahresbeginn meine Kaffeebohnen. In diesem Jahr wäre es etwa sechzig Tonnen gewesen, doch es ist schon jetzt absehbar, dass ich damit nicht auskommen werde. Außerdem habe ich einen Onlinehandel aufgebaut, der auch gut angenommen wird. Ich bin dankbar für die Möglichkeit, auch in der Krise arbeiten zu können und zu dürfen. Ich freue mich, wenn es meiner Frau und meinen Kindern gut geht. Mit selbst natürlich auch. Und deshalb sollte der Ausflug auf einen Kaffee einfach eine Geste von einem Hattinger für Hattinger sein.“ So war Olaf Scherff beim Mortimer English Club, im Geschäft „vom Fass“, bei Hattingen Marketing. Er schaute bei Duo Optik & Akustik vorbei, klopfte bei Juwelier Faatz an die Tür, plauderte mit dem Reisebüro, der Provinzial-Versicherung, dem Budenzauber und Rewe. Selbstverständlich ließ er es sich nicht nehmen, auch im Studio von ENTETainment-Filmproduktion und Ruhrkanal.NEWS am Kirchplatz vorbei zu schauen. Schließlich steht die Crew im täglichen Kaffeeverbrauch und der Anzahl der gesprochenen Wörter ziemlich weit oben.

Jedem drückte der Hattinger Unternehmer ein Kilogramm feinste Bohnen in die Hand. Jede Tasse Kaffee daraus dürfte ganz im Sinne des leidenschaftlichen Kaffeetrinkers Scherff jetzt mit dem Mayola-Gedanken verbunden werden. „Bei einer Tasse Kaffee plaudert es sich einfach gut. Und das wollte ich gern damit symbolisieren“, so Scherff. Und er ist überzeugt: „Bald machen wir das auch wieder persönlich.“

Und weil sich Koffein stimulierend auf die Psyche auswirken soll und dem heißen Muntermacher zudem antidepressive Wirkungen nachgesagt werden, kann das in diesen Zeiten erst recht nicht schaden.

%d Bloggern gefällt das: