FILM: LEBEN MIT PSYCHOPHARMAKA

Hattingen/ Gevelsberg – Der Dokumentarfilm. „Nicht alles schlucken – Leben mit Psychopharmaka“ führt psychiatrieerfahrene Menschen, Angehörige sowie Ärzte und Pfleger zusammen. Vor der Kamera erzählen sie von ihren subjektiven Erfahrungen mit Psychopharmaka.

Heilsam oder kränkend? Segen oder Fluch? Wie geht es den Menschen, die Psychopharmaka einnehmen? Was empfinden die Angehörigen? Wie erleben Ärzte ihre Situation als medizinische Behandler? Die Interviewten erzählen vielstimmig über Effekte, Risiken und Nebenwirkungen von Psychopharmaka, zeigen auf, dass der mit dieser Art von Medikamenten verbundene Konflikt bisher nicht gelöst ist.

Ausschnitte aus dem Filmprojekt liefern am Mittwoch, 26. April, die Grundlage für Austausch, Begegnung und Diskussion. Interessierte sind ab 19 Uhr in das filmriss kino in Gevelsberg, Rosendahler Str. 18, eingeladen. Der Eintritt ist frei. Als Gast wird Prof. Dr. Piet Stolz erwartet. Der Nervenarzt und Psychoanalytiker aus Berlin war am Dokumentarfilm beteiligt und zudem Gründer des Potsdamer Psychoseseminars.

Das Psychoseseminar EN-Süd rechnet als Veranstalter des Angebotes mit zahlreichen Teilnehmern. Schließlich suchen derzeit vier Millionen Deutsche psychiatrische Hilfe. Die meisten von ihnen werden mit Psychopharmaka – einer der inzwischen am häufigsten verkauften Medikamentengruppen – behandelt.

Die Mitglieder des Psychoseseminars EN-Süd treffen sich an jedem vierten Mittwoch im Monat, um sich auszutauschen und Verständnis füreinander zu entwickeln. Ansprechen soll das Angebot Menschen mit einer Psychose, Angehörige und Professionelle, die schon immer mehr über Psychosen wissen wollten und ihre Fragen anbringen möchten. Grundlage für den angestrebten Trialog sind die unterschiedlichen Wahrnehmungen, die Erkrankte, Angehörige und Professionelle einbringen können. Die bisherigen Treffen haben unterstrichen: Es hilft ungemein, ohne Angst, Scham und Schuldgefühle über Erlebnisse und Eindrücke sprechen zu können und das Thema „psychische Erkrankungen“ aus der Tabuzone zu holen.

Ansprechpartner für Rückfragen ist die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe KISS EN-Süd, Tel.: 02332/664029.

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