ESELIGER ADVENT

Sabrina Alexander mit Julia und den Eseln (Foto: Pielorz)

Hattingen- Mathilde, Isabella, Lotte und Elli haben in der Adventszeit etwas vor. In ihrem Stall warten sie auf Besuch und dem wollen sie von sich erzählen (lassen). Vor allem wollen sie mit Vorurteilen aufräumen: Die Vierbeiner sind nämlich weder stur noch dumm – ganz im Gegenteil. Helfen muss ihnen dabei Sabrina Alexander. Ihr Projekt „Ruhresel“ am Heierberg startete im letzten Jahr. Sie bietet tiergestützte Therapie, Ausflüge, Kindergeburtstage und Esel-Yoga. Die Diplom-Sozialarbeiterin und die Esel – es war Liebe auf den ersten Blick zwischen der engagierten Frau und den schlauen Fluchttieren. In der Adventszeit am 7. und 14. Dezember, 11 bis 12 Uhr oder 14.30 bis 15.30 Uhr werden in gemütlicher Stallatmosphäre Weihnachtsgeschichten gelesen, Kekse und Kinderpunsch probiert – und natürlich erfährt man auch ganz viel über die Esel. 

Foto: Pielorz

Ein Esel ist weder dumm noch stur. Er entscheidet einfach für sich allein. Ein Leittier gibt es nämlich nicht. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter und lebt diesen auch aus. Sabrina Alexander ist bei einer Zusatzausbildung zur tiergestützten Therapie auf den Esel gekommen. Jetzt leben Mathilde, Isabella, Lotte und Elli (zwei der Tiere sind Pflege-Esel) am Heierberg. Mathilde und Isabella sind die Kuschel-Freaks, die beiden anderen schauen sich das ganze Treiben erst mal aus weiterer Entfernung an. In der Regel. Denn bei unserem Besuch war das anders: Elli verliebte sich in Julia (19) auf den ersten Eselblick und ließ sich striegeln, putzen und liebkosen. Im Einsatz sind die Ruhresel in der tiergestützten Therapie, die sich noch im Aufbau befindet. Zum Beispiel „arbeiten“ die Tiere mit einem jungen Mann mit geistiger Behinderung und ohne Gehör. „Elli findet ihn interessant. Es ist toll zu sehen, wie er in Interaktion mit den Tieren kommt“, berichtet Sabrina Alexander. Krankenkassen zahlen diese Form der Therapie derzeit allerdings noch nicht. Dabei ist der Charakter der Esel sehr gut für Therapien geeignet. „Wer besonders aufgedreht ist, der wird unter Umständen erleben, dass er sich selbst zurücknehmen muss, damit der Esel mit ihm in direkten Kontakt geht. Sonst dreht sich das Tier einfach um und geht.“

Begegnungen mit den Eseln ermöglicht die Hattingerin auf Esel-Wanderungen – Halbtagestouren mit Picknick oder kürzere Strecken. Dazu gehört immer, mit den Tieren in Kontakt zu kommen, die Handhabung zu lernen, sie zu putzen und zu sehen, welcher Esel zu wem passt und gerade Lust hat.

Jetzt, in der Adventszeit, ist das eselige Vergnügen für Kinder an zwei Terminen angesagt. Stallatmosphäre inklusive. Warm anziehen muss man sich aber, der Stall ist nicht beheizt. Der Eselspaß kostet ein paar Euro – und für Begleitpersonen einen Möhrenobolus. Infos und Anmeldung bei Sabrina Alexander per Mail unter post@ruhresel.de oder telefonisch unter 0177/7155620.

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