DAS UN – EINE WUNDERSAME WALDGESCHICHTE

Der Tausendaugenwald erwacht (Foto: RuhrkanalNEWS)

Sprockhövel- „Stumm und still, weil ich es will!“ – ertönte die strenge Stimme der Frau Mons (Perdita Priwall) durch den Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde in Sprockhövel. Große und kleine Besucher der Theatervorstellung zuckten zusammen, wenn die laute Stimme der strengen Heimleiterin durch den Saal hallte, die jede ihrer Durchsagen auf diese Weise begann.

Schauspielerische Glanzleistung des 7-jährigen Leonhard Schmiel (Foto: RuhrkanalNEWS)

Schauspielerische Glanzleistung des 7-jährigen Leonhard Schmiel (Foto: RuhrkanalNEWS)

Tolle Umsetzung – märchenhafte Atmosphäre

Viel zu sehr fieberten sie mit Dine (Ida Jensen) mit, die versuchte, ihren Freund Fritz, selbstbewusst dargestellt von Leonhard Schmiel, vor der Heimleiterin zu schützen, indem sie sich auf den Weg in den Tausendaugenwald macht, um etwas ihr völlig Unbekanntes zu finden, das die Heimleiterin so sehr begehrte. Welch wundersame Wesen sie dort traf: Da war die humpelnde Fa, gespielt von Janna Schleichert, die sich so unvollkommen fühlte, dass sie Dine schon für ihre Zwecke missbrauchen wollte, um ihrerseits das mysteriöse UN zu finden. Dann war dort der Chronist des Tausendaugenwaldes, der seine Aufgabe wirklich sehr, sehr genau nahm – eine Rolle, die Volker Priemer geradezu auf den Leib geschneidert war. Und schließlich traf Dine die beiden „Feinschmecker“ Vurz I (Nina Ruschmeier) und Vurz II (Griehsel) vor denen kaum etwas, schon gar nicht ein Chronist sicher war. Zu fünft durchlebten sie eine wundersame Nacht im Tausendaugenwald, die Dine, aber auch der Fa zeigte, was alles in ihnen steckt und in welcher Chronist und Vürze zu Freunden wurden. Ein Freund ist schließlich, wen man ihn nicht frisst.

Das große, blaue Ungeheuer, dass den Besuchern nach der Pause ganz dicht auf die Pelle rückte, verzückte insbesondere die kleinen Zuschauer im Saal und sorgte für Spannung, besaß es doch genau das, wonach alle so fieberhaft suchten. Zum Glück verlor es in dieser Nacht jedoch auf ganz sanfte Weise nicht nur seinen Schrecken.

Und der Chronist notierte: Die Besucher applaudierten minutenlang….

Die grandiosen Tanzgruppen, Eltern und viele Helfer wie die Techniker, auf und hinter der Bühne, tolle Kostüme und bunte Kulissen, unterstützten die jungen Darsteller und sorgten stimmungsvoll für märchenhafte Atmosphäre. Das UN – eine wundersame Waldgeschichte verzauberte durch seine Magie, Reime und Rätsel und ganz besonders durch die liebevolle Umsetzung aller Beteiligten der Theatergruppe Schnick-Schnack e.V.. Hier trägt die ausgezeichnete Regiearbeit von Anja Jensen und Jens Stöcker nicht nur Waldfrüchte.

Mimik und Körpersprache der jungen Darsteller ließen großes schauspielerisches Talent erkennen, hier besonders die Begabung von Nina Ruschmeier, die in ihrer Rolle „Vurz“ so richtig aufblühte. Auch der siebenjährige Leonhard Schmiel als Fritz, sollte ernsthaft überlegen, seine Begabung im Schauspiel auch in Zukunft weiter auszubauen. Um nicht nur die beiden zu nennen, spürte man die Spiellust der Darsteller in fast jeder Szene, auch wenn man mal keinen Sprech-Part hatte. Nie wurde ein Wald so überzeugend dargestellt wie in dieser glanzvollen Besetzung. Allein das Spiel mit den Augen ließ die Bäume zum Leben erwecken. Auch wenn es ein Laienspiel war, durch die Kunst der Darstellung schlug man sich schnell auf die Seite von Dine, fühlte sich mitgenommen in den Tausendaugenwald und fieberte mit der textsicheren Ida Jensen dem Happy-End entgegen. Chapeau Schauspieler – Chapeau Schnick-Schnack.

Für alle, die diese zauberhafte Aufführung leider verpasst haben, zeichnete RuhrkanalNEWS die Samstagsvorstellung auf. Und wer noch einmal genau wissen will, was im Tausendaugenwald alles geschah, der schaut sich einfach hier den Trailer an:

Das UN – eine wundersame Waldgeschichte

Schauspieler: (Dine) Ida Jensen – (Fritz) Leonard Schmiel – (Schildknecht) Marion Zabel – (Vurz I) Nina Ruschmeier – (Vurz II) Griehsel – (Augenöffner) Steffi Ruschmeier – (Chronist) Volker Priemer – (Frau Mons) Perdita Priwall – (Frau Geheuer) Moni Albracht – (Donnerquell & Herr Philipp) Phillip Sonnek – (Die Fa) Janna Schleichert
Heimkinder: Jonas Ring, Jakob Ring, Alexandra Heuser, Julius Killmann, Lennard Killmann, Anna Koriath, Alina Berger
Wassernixen: Lea Zabel, Dana Gerhartz, Fine Dessel, Luca Schleichert, Lillian Raum Beyer
Bäume: Ute Dessel, Thorsten Ring, Anette Hegenberg, Lea Fuhrmann, Silke Klein 
Ungeheuer & Unkraut – Nele Koriath, Ungeheuer und Ohrwurm  – Alena Sturm, Ungeheuer – Joshua Berger, Ohrwurm – Rene Gerhatz, Ohrwurm – Philipp Dew
Souffleusen: Silke Tombrink, Carmen Schmiel, Nina Schleichert
Kostüme – Marietta Gerhatz, Bühnenbau/Requisite – Antje Müllers, Bühnenbild – Viola Weißenfeld, Wasserfall – Louis Kalin, Ton/Musik/Geräusche – Sandra Gerhatz, Maske – Ute Dessel
Technik: Technische Leitung – Jens Stöcker, Tontechnik: Daniel Krause, Lichttechnik: Louis Kalin, Geräusche/Musik: Sarah Henze, Musikalische Leitung – Jenny Traum Beyer und Sandra Gerhatz , Grafik – Thorsten Zimmermann, Layout – Philipp Sonnek & Ida Jensen
Regie: Anja Jensen, Jens Stöcker
Sponsoren: Lichtschall, Hörakustik Krause, Firma Koch 
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