BÜRGERMEISTER STELLT SICH VOR BESCHÄFTIGTE

Dirk Glaser: "2016 war leider kein einfaches Jahr..."(Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- „Meine Damen und Herren, ich spreche hier für den gesamten Vorstand und alle Beschäftigten: Wir arbeiten gemeinsam unter schwierigen Bedingungen für unsere Stadt. Angriffe gegen einzelne Vorstandsmitglieder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen uns alle. Konstruktive Kritik ist willkommen, herabwürdigende Kommentierung weisen wir zurück“, so Bürgermeister Dirk Glaser. Er nahm die Berichterstattung in der lokalen Tageszeitung zum Anlass um sich zu Beginn der Ratssitzung am 1. Dezember 2016  für einen respektvollen, wertschätzenden Umgang miteinander auszusprechen.

„Es ist kein Geheimnis und auch keine Überraschung, dass der Stellenabbau schon jetzt für erheblichen Arbeitsdruck sorgt. Und – das möchte ich betonen – das gilt für alle Bereiche und nicht nur für das Dezernat III (Soziales, Kultur, Schule, Kita, Sport). Der erhöhte Arbeitsdruck sorgt in allen Verantwortungsbereichen dafür, dass Aufgaben nicht immer im wünschenswerten Umfang erledigt werden können.“

Statement zum Nachlesen;

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Bürgermeister Dirk Glaser (links) wies persönliche Angriffe gegen Verwaltungsmitarbeiter zurück. (Archivfoto: Stadt Hattingen)

Meine Damen und Herren,
die Stadtverwaltung, besonders der Verwaltungsvorstand, aber auch Sie als Kommunalpolitiker bewegen sich seit Jahren auf dünnem Eis. Die prekäre, nicht von uns selbst verursachte, finanzielle Lage der Stadt zwingt uns dazu Personal einzusparen. Sie, meine Damen und Herren, haben beschlossen einhundert Stellen bis 2021 einzusparen und – Sie wissen das – wir sind tatsächlich hartnäckig dabei, den Stellenplan nach dieser Zielsetzung zu gestalten.

Es war immer klar, dass Stellenabbau auch Qualitätsverlust und verringertes Serviceangebot bedeutet. Es spricht für die Kolleginnen und Kollegen dieser Verwaltung, dass sie genau das nicht wollen, sondern versuchen, das Serviceangebot möglichst weitgehend zu erhalten.

Meine Damen und Herren,
es ist kein Geheimnis und auch keine Überraschung, dass der Stellenabbau schon jetzt für erheblichen Arbeitsdruck sorgt. Und – das möchte ich betonen – das gilt für alle Bereiche und nicht nur für das Dezernat III. Der erhöhte Arbeitsdruck sorgt in allen Verantwortungsbereichen dafür, dass Aufgaben nicht immer im wünschenswerten Umfang erledigt werden können. Das gilt für Bauanträge, die wir gerne schneller erledigt hätten. Das gilt für Grünanlagen, die wir gerne häufiger pflegen würden. Das gilt für die Beitreibung von städtischen Forderungen von säumigen Schuldnern, die wir gerne zeitnah verbuchen würden. Das gilt für manche Vorlage, die besser nicht so schnell und unter Zeitdruck geschrieben worden wäre. Das gilt für Anfragen aus der Bürgerschaft, oder aus der Politik, die wir gerne zeitnäher beantworten würden. Das gilt für Öffnungszeiten, die wir gerne bürgerfreundlicher halten würden. Und das gilt auch für manche Abrechnung. Bei der Abrechnung, über die die WAZ berichtete, spielt das auch eine Rolle.
Meine Damen und Herren, damit das klar ist, solche Fehler dürfen nicht passieren und müssen und werden aufgeklärt werden. Ein bereits eingeführtes Controlling, das im Übrigen dieses Versäumnis aufgedeckt hat, wird uns in Zukunft helfen, besser zu werden.

Meine Damen und Herren,
wir wissen: Der Missstand, der angeprangert wird, ist über Jahre gewachsen und kann nicht alleine der jetzigen Dezernentin angelastet werden.
Wir alle, der gesamte Vorstand und die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, fühlen sich hier angegriffen. Jeden von uns kann es treffen, in jedem Dezernat können vor

allem bei steigendem Arbeitsdruck schwere Fehler passieren. Das will niemand und es ist keine Entschuldigung. Wir werden darauf mit einem besseren Controlling und einer Priorisierung der Aufgaben reagieren.

Aber, eines geht nicht, meine Damen und Herren:
Wenn wir Fehler feststellen und in einer nichtöffentlichen Ausschusssitzung mit gewählten Volksvertretern besprechen, dann sollten wir erwarten können, dass diese Beratungen zum Schutz aller Personen nichtöffentlich bleiben, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind. Und diese Untersuchungen dürfen kein Grund zu Häme und Schmähung sein. Weder in der Zeitung noch in diesem Saal noch sonstwo.

Meine Damen und Herren, ich spreche hier für den gesamten Vorstand und alle Beschäftigten: Wir arbeiten gemeinsam unter schwierigen Bedingungen für unsere Stadt. Angriffe gegen einzelne Vorstandsmitglieder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen uns alle. Konstruktive Kritik ist willkommen, herabwürdigende Kommentierung weisen wir zurück.
Ich danke für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.

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