BLAUZUNGENKRANKHEIT: KREIS ZUM SPERRGEBIET ERKLÄRT

Rinder können die Blauzungenkrankheit bekommen (Foto: Wikipedia)

Ennepe-Ruhr-Kreis – Die Blauzungenkrankheit hat sich schneller als erwartet weiter verbreitet. Nachdem jetzt ein Ausbruch bei Wiederkäuern im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach bestätigt wurde, gilt der gesamte Ennepe-Ruhr-Kreis als Sperrgebiet.

„Da wir im Umkreis von 150 Kilometern um den betroffenen Betrieb liegen, sind wir zu dieser Entscheidung verpflichtet. Die entsprechende Verfügung haben wir auf der Internetseite der Kreisverwaltung veröffentlicht“, erläutert Amtstierarzt Dr. Peter Richter.

Für die Halter von Rindern, Schafen und Ziegen bedeutet das: Sie müssen – falls noch nicht geschehen – ihre Bestände beim Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises melden. Wer bei einem oder mehreren Tieren Anzeichen einer Infektion feststellt, sollte ebenfalls unverzüglich Kontakt mit den Mitarbeitern im Schwelmer Kreishaus aufnehmen.
Wenn Tiere aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis in Gebiete transportiert werden sollen, die kein Sperrgebiet sind, ist dies nur unter Auflagen erlaubt. Beachten müssen dies rund 250 Landwirte mit insgesamt 12.000 Rindern sowie gut 600 Betriebe, in denen 4.200 Schafe und Ziegen gehalten werden.
„Entscheidende Faktoren für einen Transport sind ein belastbarer Impfschutz oder eine vorliegende Blutprobe. Für den Weg zum Schlachthof gilt: Er ist möglich, wenn der Halter für jedes Tier die klinische Unbedenklichkeit garantiert“, erläutert Dr. Richter. Detailinformationen darüber, unter welchen Bedingungen Wiederkäuer das Gefährdungsgebiet verlassen dürfen, sowie dafür benötigte Formulare finden sich auf den Internetseiten des Ennepe-Ruhr-Kreises.
Wer seine Tiere schützen möchte, dem rät Dr. Richter sie sehr zeitnah für eine vorbeugende Impfung gegen Serotyp 8 der Blauzungenkrankheit anzumelden. Diese verhindert eine Erkrankung mit hoher Wahrscheinlichkeit. Ansprechpartner ist der jeweilige Hoftierarzt.
Die Blauzungenkrankheit gefährdet in erster Linie Schafe, aber auch Ziegen und Rinder sind für das Virus empfänglich. Während die Krankheit bei Schafen tödlich verlaufen kann, stellt sich bei Rindern in der Regel nach einiger Zeit Linderung ein. Klinische Symptome sind Teilnahmslosigkeit, hohes Fieber, vermehrtes Speicheln, Rötung und Schwellung der Kopfschleimhäute sowie die Schwellung und Blaufärbung der Zunge. Für den Menschen ist der Erreger ungefährlich. Fleisch- und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden.

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