BIW WIDERSPRICHT VORWÜRFEN DES KREISES

Firma biw in Ennepetal (Foto: Strohdiek)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Landrat Olaf Schade hat sich mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gewandt, in der er zumindest unterschwellig Vorwürfe gegen die Ennepetaler Firma biw erhebt. Demnach sieht er die Gefahr, dass sich das Unternehmen nicht an die Zusage gehalten hat, kein PCB mehr freizusetzen. Das Unternehmen hat nun in einer schriftlichen Stellungnahme diesem Vorwurf widersprochen. Hier die Stellungnahme in voller Länge:

Einzig Dialyse- und Beatmungsschläuche die zur Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems in der Corona-Pandemie dringend benötigt werden, müssen von biw noch mit chlorhaltigem Vernetzer – jedoch gesetzeskonform und mit effektiver Filtertechnik – produziert werden, weil – mit Unterstützung des Bundes – auf Vertragseinhaltung unter Klageandrohung – gepocht wird.

biw hat mit größten Aufwendungen alle Zusagen eingehalten. Von über 5.000 Kunden und 160.000 Artikeln sind inzwischen alle umgestellt worden auf eine chlorfreie Vernetzung oder – wie versprochen – abgekündigt worden.

Seit dem 18.12.2020 regelt zudem ein von Bundestag und Bundesrat beschlossenes Gesetz die künftig zulässigen Einsätze von chlorhaltigen Vernetzern sowie die Überwachungspflicht nach Bundesimmissionsschutz -Verordnung.

Trotz Abkündigung konnte eine Artikel- bzw. Kundengruppe wegen der langen Validierungs- und Freigabe-Prozesse wegen der Androhung einer Klage auf Vertragseinhaltung, die auch von der Bundesregierung unterstützt wird, noch nicht umgestellt werden.

Es handelt sich dabei um Dialyse- und Beatmungsschläuche, die zur Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems in der Corona-Pandemie benötigt werden. Diese sind (derzeit noch) nur mit dem chlorhaltigen Vernetzer zur Verwendung international zugelassen. Bei dieser Produktion wird seitens biw die neueste verfügbare und permanent weiterentwickelte Filtertechnik zum Einsatz gebracht, die in einem vom Land NRW initiierten und geförderten Projekt anhand dieses Prozesses durch das iuta (Institut für Energie- und Umwelttechnik der Universität Duisburg/Essen) evaluiert wird.

Gleichwohl arbeitet biw mit Hochdruck auch mit einem der größten Unternehmen in der Medizintechnik aktuell an einer Beschleunigung des Freigabe-Verfahrens für Schläuche, die mit einem alternativen chlorfreien System vernetzt werden.

biw garantiert in jedem Falle die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und die effektive Filterung, die von einem unabhängigen Institut (UCL Umwelt Control Labor) nachgewiesen worden ist.Die Ergebnisse der von den Behörden angeordneten Messungen bis Jahresende 2020 sind öffentlichund belegen eindeutig den Trend Richtung null für die uns zuzuordnenden ndl PCB Kongenere 47, 51 und 68 (ndl = non dioxin like).

Alle anderen PCB, wie die sogenannten DIN Kongenere, dl PCB, PCDD/PCDF, die auch vom LANUV regelmäßig gemessen und festgestellt werden, sind bestätigtermaßen nicht der biw zuzuordnen und können chemisch-technisch folglich auch nicht bei biw entstehen.

Selbst die Werte in der unmittelbaren Nähe des Unternehmenssitzes aufaddiert zu den nicht biw zuzuordnenden Schadstoffen liegen bereits seit Ende des ersten Quartals 2020 nicht nur deutlich unter dem LAIOrientierungswert (JMW) in Genehmigungsverfahren, sondern auch unter dem LAI-Zielwert (JMW) für die langfristige Luftreinhaltung, sodass nach inzwischen mehrfach verifizierter Probennahme das LANUV in seinem letzten Bericht empfiehlt die Verzehrempfehlung aufzuheben, denn Luftqualität und Bodenbelastung sind mittlerweile signifikant besser als der Landesdurchschnitt in NRW.

biw kann mit Stolz sagen, dass mit einer enormen Kraftanstrengung, erheblichen Investitionen und großen Verlusten die 550 Arbeitsplätze am Standort gerettet werden konnten. BIW ist zudem inzwischen auch der sauberste Silikon-Festkautschuk Extrusions-Verarbeiter, der durch den enormen Einsatz der vergangenen Monate jetzt noch nicht einmal unter die strengen Auflagen der verschärften BImSchV fällt, weil der chlorhaltige Vernetzer nahezu vollständig substituiert worden ist und für die verbleibende systemrelevante Anlage sich ausreichend hohe Filtereffekte nachweisen ließen.

Von biw geht keine Gesundheitsgefährdung aus: Bei keinem Bürger, die das biw-Testangebot an der Universität in Aachen angenommen hat, konnten die Kongenere nachgewiesen werden, die bis zur Umstellung auf eine chlorfreie Vernetzung bei der Silicon Verarbeitung entstehen konnten.

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