BIW VERLAGERT WIE ANGEKÜNDIGT TEILE DER PRODUKTION

Firma biw in Ennepetal (Foto: Strohdiek)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Die Ennepetaler Firma biw wird Teile ihrer Produktion aus der Pregelstraße in die Weichselstraße verlagern, betroffen sind die Bereiche, in denen der chlorhaltige Vernetzer eingesetzt wird. Grundlage hierfür ist eine von der Stadt Ennepetal auf Antrag des Unternehmens und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben zu erteilende Baugenehmigung an die Adresse der Firma LFS GmbH. Der Ennepe-Ruhr-Kreis war als Immissionsschutzbehörde am Verfahren beteiligt. Die Verlagerung hatte das Unternehmen bereits angekündigt . Grund ist vor allem, dass so der Überwachungsaufwand für die beteiligten Behörden minimiert werden kann. (RuhrkanalNEWS berichtete)

In der Baugenehmigung wurde unter anderem Folgendes verbindlich festgelegt: Ab sofort und solange der chlorhaltige Vernetzer produktionsbedingt eingesetzt werden muss, gilt hierfür eine wöchentliche Obergrenze von 40 Kilogramm. Bis Anfang Juli in Summe an beiden Standorten, ab dann am Standort Weichselstraße. Diese Obergrenze wird vom Ennepe-Ruhr-Kreis kontrolliert, sollte sie nicht eingehalten werden, kann die Genehmigung zum Betrieb der Anlage am Standort Weichselstraße sofort entzogen werden. Ralf Stoffels hatte Anfang März bereits ausführlich begründet, warum bei Medizinprodukten auf chlorhaltige Vernetzer nicht verzichtet werden kann. Ob der Kreis eine Betriebsgenehmigung ohne weiteres entziehen kann, ist nicht klar. Denn biw ist zur Zeit der weltweit einzige zertifizierte Lieferant für Beatmungsschläuche. Sollte das Unternehmen den Betrieb einstellen (müssen) könnte er zwangsweise, notfalls durch einen anderen Produzenten, am gleichen Standort übernommen und fortgeführt werden. (RuhrkanalNEWS berichtete)

Zum Vergleich: Im Januar 2020 kamen bei biw pro Woche noch rund 900 Kilogramm zum Einsatz, im weiteren Jahresverlauf waren es dann über lange Zeit noch 300 bis 400 Kilogramm. Dabei bewegte sich der Ausstoß an PCB 47 nach Unternehmensangaben immer unterhalb der vereinbarten Höchstgrenzen. Inzwischen ist er auf etwa ein Prozent der Ursprungsmenge gesunken.

Die weitere Ausgangslage steht für den Kreis fest: Zum einen lässt der von biw eingesetzte chlorhaltige Vernetzer in den Produktionsabläufen PCB 47, 51 und 68 entstehen. Der Einsatz des Stoffes, der gesetzlich nicht verboten ist, wurde vom Unternehmen nach eigenen Angaben in den letzten Monaten Zug um Zug reduziert. Nicht ersetzt werden konnte er in der Herstellung von einigen Medizinprodukten eines einzelnen Kunden (s.o.).

Die Ansicht des biw-Geschäftsführers Ralf Stoffels weicht in einem Punkt entscheidend von der Darstellung des Kreises ab. Demnach entsteht bei der Produktion ausschließlich PCB 47, die anderen Varianten stammen nach seinen Angaben aus anderen Betrieben und seien biw „nicht zuzuordnen“. Nach RuhrkanalNEWS-Recherchen können PCB in vielen Produktionen entstehen, bei denen große Hitze entsteht. Das ist beispielsweise in der Metallverarbeitung häufig der Fall.

Zum anderen gilt für im unmittelbaren Umfeld der Firma biw angebautes Blattgemüse nach wie vor die Empfehlung, dieses nicht zu essen. Menschen im Wohngebiet Büttenberg sollten dort angebautes Blattgemüse nicht öfter als ein- oder zweimal pro Woche verzehren. Grundlage hierfür sind die Resultate der Untersuchungen von Grünkohlproben.

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