BEGEGNUNG IN DER ALTSTADT

Foto: Anja Pielorz

Hattingen- Zum dritten Weinfest und den zweiten Altstadthäppchen kurz vor dem Ende der Sommerferien und der politischen Sommerpause traf man sich in der Hattinger Altstadt am Platz vor dem Bügeleisenhaus und auf dem Haldenplatz. Wie bei fast allen Veranstaltungen in der Hattinger Altstadt gilt auch hier: Tische raus, etwas Deko und schon ist schön. Ein Spruch, den Hattingen Marketing-Chef Georg Hartmann schon vor Jahren prägte. Bürgermeister Dirk Glaser, privat mit seiner Frau unterwegs auf einem Hattinger Veranstaltungsmarathon, kommt vom Kinder- und Sportfest von Kinderschutzbund und Jugendförderung der Stadt Hattingen am Holschentor auf ein Glas Wein vorbei und stößt mit Ina und Rainer Schröter an, die sich maßgeblich um die Organisation des Festes kümmern. „Da steht dann wieder in der Presse, der Glaser hat ein Glas in der Hand“, sagt das Stadtoberhaupt. Tja, immer für eine Schlagzeile gut…

Immer mehr Besucher finden den Weg zum Weinfest und dürfen einen wunderbaren Sommerabend genießen. Gleich um die Ecke auf dem Haldenplatz sorgen die Altstadthäppchen für mediterrane Atmosphäre. Es ist einfach Sommer und es macht Spaß, draußen zu sitzen! 

Der Kommentar

Auf der Pressekonferenz zum dritten Weinfest und den zweiten Altstadthäppchen wurde der Bürgermeister als Opening nicht angekündigt – eröffnet hat er aber auch das dritte Fest auf seine Art. Die Tradition mag eine Rolle gespielt haben – man weiß ja, was mehr als zweimal stattfindet, ist Brauchtum und daher verpflichtend. Eine Rolle gespielt hat im Vorfeld vielleicht auch die Tatsache, dass einer der Hauptorganisatoren des Festes zufälligerweise Vorsitzender eines Hattinger Sportvereines ist, der in der letzten Zeit beim Thema Sponsoring mit der Stadtspitze wahrlich nicht immer einer Meinung war. Doch wenn die Sonne vom blauen Himmel lacht und die Hattinger sich mit Wein und Bier in heiterer Stimmung zuprosten, dann gehören Streitigkeiten zumindest nicht auf dieses Fest und vielleicht auch der Vergangenheit an. Denn das Fest ist auch in der dritten Auflage eine Bereicherung der Aktivitäten in unserer schönen Altstadt. Natürlich, der Wettergott meinte es gut und das trägt immer zum Erfolg bei. Dennoch: Jede Begegnung dieser Art macht Arbeit und erfahrungsgemäß verteilt sich diese Arbeit auf wenige Schultern. Deshalb darf man sich für die Veranstalter freuen, dass alles gut geklappt hat. Unwillkürlich wünscht man sich, diese weinselige Harmonie würde auch nach der Sommerpause erhalten bleiben, wenn die Politik ihre Arbeit wieder aufnimmt. Man soll sich als Journalist mit Prognosen zurückhalten, aber in diesem Fall gehe ich das Risiko ein und befürchte: es wird anders kommen. Die Kommunalwahl im kommenden Jahr wirft schon jetzt ihre Schatten voraus. Der Hattinger Flurfunk morst eifrig die ersten Namen möglicher Kandidaten. Potentielle und tatsächliche Kandidaten sollten aus meiner Sicht eines im Blick haben: Das Bedürfnis nach Politikern, die klare Kante zeigen, ist groß. Wer nicht klar redet, denkt oft auch nicht klar. Wenn immer mehr Bürger (Wähler) das Gefühl haben, Politiker und sie selbst agierten in zwei verschiedenen Welten, dann ist das nicht gut für die Demokratie. Da spielt es keine Rolle, über welche Wahl wir reden – Kommune, Landtag oder Bund. Klares Denken steht vor klarem Sprechen und dem Treffen von Entscheidungen. Und wenn der Cocktail dann auch noch Respekt und Sachlichkeit enthält, gepaart mit einer Prise Humor, dann freut man sich auf spannende Diskussionen und Personen. Wie sagte schon der deutsche Schriftsteller Wolfgang Herbst: „Persönlichkeit ist, was übrigbleibt, wenn man Ämter, Orden und Titel von einer Person abzieht.“

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