ASYL IST KEIN GESCHENK, SONDERN GELTENDES RECHT

Hattingen –  Auch Hattingen muss in den nächsten Wochen mit mehr Flüchtlingen rechnen als erwartet. Die Möglichkeiten, die hilfesuchenden Menschen unterzubringen, sind inzwischen nahezu ausgeschöpft. Wenn alles nach Plan läuft, sollen ab Oktober im Gewerbe- und Landschaftspark Wohneinheiten für 80 Flüchtlinge stehen. Bis dahin gilt es, die Zeit zu überbrücken und den Gästen aus Kriegsgebieten einen sicheren Zufluchtsort zu bieten.

Ab sofort bereitet die Stadt Hattingen daher mit Helfern wie THW und DRK die Turnhalle am Parkplatz an der Roonstraße als Übergangswohnort für rund 40 Menschen vor. Handwerker sind vor Ort, um zusätzliche Stromleitungen für Waschmaschinen und Küchengeräte zu legen. Am Wochenende stellt das THW Betten auf. Anfang der Woche wird ein Teil der Halle mit Tischen und Stühlen möbliert. Trennwände, die etwas Privatsphäre bieten sollen, werden aufgestellt. Ab übernächster Woche könnten Flüchtlinge dort einziehen. Zurzeit kümmert sich die Sozialverwaltung um einen Lieferanten für das Mittagessen, denn in der Halle kann nicht gekocht werden. Kühlschränke und Wasserkocher werden aber dort aufgestellt.

Flüchtling Bildrechte: RuhrkanalNEWS

Flüchtling
Bildrechte: RuhrkanalNEWS (Archivbild)

Erika Beverungen-Gojdka, Leiterin des Fachbereich Soziales: „“Wir bekommen ungefähr drei Tage vor Anreise eine Mitteilung, wie viele Menschen zu uns kommen. Wenn es mit den Zuweisungen so weiter geht, sind alle Wohnmöglichkeiten in der nächsten Woche ausgeschöpft. Um sicher zu stellen dass wir alle Gäste versorgen können, bereiten wir kurzfristig die Turnhalle vor. THW und DRK unterstützen uns. Wir hoffen auch, dass wie in der Vergangenheit die Hattingerinnen und Hattinger Verständnis zeigen und weiterhin bereit sind Hilfe anzubieten, damit die oft traumatisierten Männer, Frauen und Kinder aus den Krisengebieten hier friedlich mit uns leben können. Die Willkommenskultur wie sie hier gelebt wird, ist beeindruckend.““

Die Stadt betont, dass die Turnhalle neben dem Rathaus nur als eine Übergangslösung anzusehen ist. Die Halle wurde wegen der zentralen Lage ausgewählt. Außerdem wird sie nicht so stark genutzt wie andere Sportstätten. Die Sportverwaltung der Stadt kümmert sich im Moment um Alternativen für die Nutzer und ist zuversichtlich, dass sich in der Innenstadt Lösungen finden werden.

Für die Flüchtlinge wird weiter nach anderen Wohnmöglichkeiten gesucht. Sobald an anderen Standorten etwas frei wird, sollen die Menschen umziehen. Die Aufträge für die Wohneinheiten an der Werksstraße auf dem ehemaligen Hüttengelände  sind bereits vergeben. Jetzt werden die Fertigmodule produziert und im Oktober soll angeliefert und aufgebaut werden.

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