ANNEKE-PREIS 2015 FÜR FRAUENGESCHICHTSVEREIN

Anneke Preisträger 2015, Der Kölner Frauengeschichtsverein
Sabine Schlemmer würdigt Mathilda Franziska Anneke

Sabine Schlemmer würdigt Franziska Mathilda Anneke

Hattingen – Der Anneke-Preis 2015 geht an den Kölner Frauengeschichtsverein. Der Verein wurde vom Kölner Gleichstellungsamt vorgeschlagen. Der Geschichtsverein konnte sich gegen neun weitere Bewerber durchsetzen und erhielt als einzige Institution die Stimmen aller Jurymitglieder. Alle zwei Jahre loben die Städte Sprockhövel und Hattingen den Preis für herausragende und innovative Verdienste im Einsatz für Bürgerrinnen- und Bürgerrechte sowie Bildung aus. Der Preis wird seit 2011 zweijährlich an engagierte Frauen(-organisationen) in NRW vergeben.

Die Preisverleihung begann mit einer Darstellung auf dem Obermarkt. Nach den obligatorischen Grußworten der Hattinger Bürgermeisterin Dagmar Goch und Sprockhövels Bürgermeister Ulli Winkelmann übernahmen Schülerinnen und Schüler der Bochumer Theodor-Körner-Schule die Regie. Die Theater AG erinnerte mit einer kurzen Aufführung an Mathilde Franziska Anneke und zeigten mit aktuellen Beispielen, dass deren Engagement bis in die heutige Zeit wirkt und dass die engagierte Frau auch heute wahrscheinlich noch für die Gleichberechtigung kämpfen würde.

Auf dem Untermarkt zeichnete Sabine Schlemmer das Leben der Mathilde Franziska Anneke nach und beschrieb die Zielsetzung des Anneke-Preises. Die Preisträgerinnen sollen sich im besonderen Maße für Frauenrechte eingesetzt haben. Sabine Schlemmer machte deutlich, dass der große Name Ansporn und Verpflichtung zugleich sein soll. Jutta Dinca übernahm die Vorstellung der Preisträgerinnen vom Kölner Frauengeschichtsverein.

Eine der Gründerinnen des Kölner Frauengeschichtsvereins setzte sich ab 1985 erfolgreich dafür ein, dass Mathilde Franziska Anneke in die Figurenreihe des Kölner Rathausturmes aufgenommen wurde.1986 von Irene Franken

Edith-Gwen Kiesewalter gegründet, gehört der Kölner Frauengeschichtsverein, mit seinen frauenhistorischen Führungen zu den Vorreitern in Deutschland. Heute bietet er eine breite Palette an Stadtführungen und Veranstaltungen an, die auch überregional auf großes Interesse stoßen. Die engagierten Frauen des Vereins setzen sich unter anderem dafür ein, mehr Straßen und Plätze nach Frauen zu benennen, um Frauengeschichte sichtbar zu machen. Neben der Erforschung ist ihnen die Archivierung und Dokumentation der neuen Kölner Frauenbewegungsgeschichte ein wichtiges Anliegen.

Gelungene Darstellung der Theater AG, TKS Bochum

Gelungene Darstellung der Theater AG, TKS Bochum

Direkt nach der Preisverleihung wurde im alten Rathaus die Ausstellung „Eine starke Frau- ein starkes Leben“ von Christina Nicolai eröffnet. Hier können sich Geschichtsinteressierte über das Leben der berühmten Frau informieren, die sich von ihrem gewalttätigen Ehemann scheiden ließ, sich 1848 für Bildung und Gleichberechtigung einsetze. Später wanderte sie mit ihrem zweiten Ehemann nach Amerika aus. Hier bekämpfte sie die Sklaverei und fordert das Wahlrecht für Frauen. Als Gründerin und Leiterin einer Mädchenschule setzt sie viele ihrer Forderungen auch praktisch um.

Mit einer fast 20-minütigen Performance der Künstlerin Annette Schulze-Lohoff auf dem Untermarkt endet das offizielle Programm zur Verleihung des Anneke-Preis 2015.

Die Kunst-Performance von Annette Schulze-Lohoff auf dem Untermarkt, in voller Länge:

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