POLIZEI VERÖFFENTLICHT KRIMINALITÄTSSTATISTIK

Polizei (Symbolbild: RuhrkanalNEWS)Polizei (Symbolbild: RuhrkanalNEWS)

Ennepe-Ruhr-Kreis – Landrat Olaf Schade stellte zusammen mit dem Leiter der Direktion Kriminalität, Kriminaloberrat Dirk Happe, die Kriminalitätsentwicklung des Ennepe-Ruhr-Kreises für das Jahr 2017 vor. „Laut Statistik ist die Anzahl der Straftaten zum Vorjahr von 13280 auf 15456 um knapp 16% gestiegen“, gab der Landrat vorab bekannt. Jedoch verzeichneten wir bis zum November letzten Jahres einen Rückgang von 7,5%, fügte Schade hinzu. Den plötzlichen Anstieg im Dezember erklärte Dirk Happe mit der Aufklärung von 3200 Betrugsstraftaten, die durch Ermittlungsbeamte des Polizeipräsidiums Bochum drei Männern aus Hattingen nachgewiesen werden konnten. Da diese Männer ausschließlich aus dem Bereich Hattingen agierten, werden diese Straftaten statistisch dem Ennepe-Ruhr-Kreis als Tatortbehörde zugeordnet. Bereinige man die Statistik um diese Fälle ergäbe sich ein Rückgang der Gesamtzahlen um 7,7 %.

Polizei EN (Grafik: Land NRW)

Polizei EN (Grafik: Land NRW)

„Erfreulich ist, dass wir die Aufklärungsquote der begangenen Straftaten auf fast 70% weiter erhöhen konnten“, fügte Olaf  Schade hinzu. Der Landrat bedankte sich in diesem Zusammenhang für die gute Arbeit der Ermittlerinnen und Ermittler. „Die hohe Aufklärungsquote ist natürlich auch durch die Aufklärung der bereits genannten Betrugsdelikte beeinflusst, spiegelt aber insgesamt die erfolgreiche Polizeiarbeit wider und zeigt, wie gut hier alle Räder ineinander greifen“, verkündete der Landrat. Anschließend erläuterte Kriminaloberrat Dirk Happe die unterschiedlichen Analysen im Rahmen der Kriminalstatistik. Besonders hob er die deutlich gesunkene Anzahl der begangenen Wohnungseinbrüche hervor. Durch gezielte Maßnahmen konnte ein deutlicher Rückgang um knapp 27% von 743 auf 544 Delikte erreicht werden. Hiervon blieben mehr als die Hälfte der Taten im Versuchsstadium. Dass viele Taten über das Versuchsstadium nicht hinausgingen, ist auch auf die umfangreich durchgeführten sicherheitstechnischen Beratungen und Präventionsveranstaltungen der Kreispolizeibehörde zurückzuführen und dass die Bürgerinnen und Bürger ihr Zuhause nun besser schützen. Die Anzahl der Wohnungseinbrüche konnte zwar gesenkt werden, jedoch sank auch die Aufklärungsquote der begangenen Einbrüche auf 16,7 %, trotzdem kann sich die Kreispolizeibehörde EN mit so einem Ergebnis sehen lassen.

Polizei wird weiterhin kontrollieren

Obwohl die Polizei so einen deutlichen Rückgang der Einbruchszahlen erreichen konnte, bleibt die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs ein Schwerpunkt in der Kriminalitätsbekämpfung. Neben den entstehenden materiellen Schäden werden sie von den meisten Bürgerinnen und Bürgern als emotional besonders belastenden Eingriff in ihre Intimsphäre empfunden. Um das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger auch zukünftig zu stärken, wird die Polizei weiterhin regelmäßige offene und verdeckte Kontrollaktionen mit eigenen Beamten und mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei durchführen. Die Einrichtung einer speziellen Ermittlungsgruppe, die sich ausschließlich mit der Bekämpfung der Wohnungseinbrüche beschäftigt sowie Maßnahmen und Aktionen im Rahmen der landesweiten Kampagnen „Riegel vor!

Zuwanderung hat kaum Auswirkung auf Kriminalitätsrate

Polizei (Symbolfoto: RuhrkanalNEWS)

Polizei (Symbolfoto: RuhrkanalNEWS)

Sicher ist sicherer“ und „MOTIV (Mobile Täter im Visier)“, werden auch weiterhin ein Teil der Maßnahmen sein, um die Anzahl der Wohnungseinbrüche noch weiter zu senken. „Die deutlich gesunkenen Zahlen vor allem bei den Wohnungseinbrüchen, aber auch bei den Taschendiebstählen sind Belege einer sehr erfolgreichen Polizeiarbeit.“ So sank auch die Zahl der Taschendiebstähle um 33% Prozent auf 207 Fälle. Im Bereich der Straßenkriminalität, also der Straftaten auf öffentlichen Wegen und Plätzen, ist die Anzahl der Taten um 308 gesunken. Das ist ein Rückgang von knapp 10% zum Vorjahr. Natürlich sieht sich auch die Kreispolizeibehörde EN mit gestiegenen Kriminalitätszahlen konfrontiert. Bei der Gewaltkriminalität, welche Tötungsdelikte, Raubdelikte, gefährliche und schwere Körperverletzungen beinhaltet, verzeichnet die Behörde einen Anstieg von 12,5 %. Insbesondere bei den Tötungsdelikten erhöhte sich Zahl von 2 auf 9 Taten. Bei vier Fällen handelte es sich um Grenzfälle zur gefährlichen Körperverletzung. Die Schwelle zur Einordnung eines Tatgeschehens als Tötungsdelikt wurde deutlich verringert. Weiter ist festzustellen, dass die Körperverletzungen auf öffentlichen Straßen, Wegen oder Plätzen zunehmend von mehreren Tätern gemeinschaftlich begangen werden. Außerdem sinkt die Hemmschwelle der Verwendung von Gegenständen wie zum Beispiel Pfefferspray oder Messern. Dies führt dazu, dass Körperverletzungen als gefährliche Körperverletzung eingestuft werden. So erklärt sich der hohe Anstieg von 27 %. Die höchsten Fallzahlen werden hier in den Monaten der Volksfeste der jeweiligen Kreisstätte verzeichnet. Auf die Frage, ob Zuwanderer Einfluss auf die Kriminalitätslage in der Kreispolizeibehörde haben, antwortete Happe, dass aus kriminalpolizeilicher Sicht die Unterbringung von Flüchtlingen im hiesigen Bereich keine messbare Auswirkung auf die Kriminalitätslage habe. „Der Anteil der Straftaten, die durch Zuwanderer begangen werden, liegt lediglich bei 3,8% des Gesamtanteils der geklärten Straftaten“, gab Happe bekannt. Schlussendlich bleibt es dabei, „Wir leben nach wie vor in einer der sichersten Region Nordrhein-Westfalens“, hob Schade hervor.

Die aktuellen Veröffentlichungen des Wohnungseinbruchsradars finden Sie auf den Seiten der Kreispolizeibehörde.

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