IHK-UMFRAGE: DIE SORGE DER UNTERNEHMEN VOR DEM BREXIT

Hattingen/Hagen/EN -„Der Brexit schadet auf Dauer der deutschen Wirtschaft“, fasst Dr. h. c. Hans-Peter Rapp-Frick, Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), die Ergebnisse einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHKs) zu den Folgen des britischen Votums für einen EU-Austritt zusammen. „Die Unternehmen exportieren weniger nach Großbritannien, wollen ihre Investitionen und Beschäftigungspläne auf der Insel zurückfahren und fürchten neue Handelshemmnisse“, so Rapp-Frick. An der Umfrage haben 5.670 Unternehmen in Deutschland, 135 davon aus dem Kammerbezirk Hagen, teilgenommen.
Bereits in der Übergangszeit werde jeder vierte der befragten Betriebe seine Ausfuhren nach Großbritannien wegen der politischen und rechtlichen Unsicherheit zurückfahren. „Nach einem vollzogenen Austritt rechnet sogar die Hälfte der Unternehmen aus Südwestfalen mit geringeren Lieferungen zu unserem drittwichtigsten Exportpartner.“ Darüber hinaus beabsichtige mehr als jedes vierte Unternehmen, seine Investitionen auf der Insel zu senken.
„Große Probleme als Folge des Austritts sehen die südwestfälischen Betriebe, in zusätzlicher Bürokratie, mehr Bescheinigungen, in Wechselkursrisiken oder bei rechtlichen Unterschieden“, so Rapp-Frick. Aus Sicht der Wirtschaft sei es daher wichtig, „dass die Verhandlungspartner die richtige Balance finden zwischen guten zukünftigen Handelsbeziehungen mit Großbritannien und einem weiterhin funktionierenden Binnenmarkt“.
Damit das gelinge, dürfe es keine Rosinenpickerei geben, warnte der SIHK-Hauptgeschäftsführer. „Durch den Brexit wird deutlich vor Augen geführt, was für eine wichtige Errungenschaft der einheitliche EU-Binnenmarkt für deutsche Unternehmen ist. Die EU muss daher alles daran setzen, den Zusammenhalt der dann 27 Mitgliedstaaten zu sichern.“

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