GETREIDEFELD IN DER INNENSTADT – KUNST VORM RATHAUS

Holger Vockert, Martin Schlenkermann, Thomas Griehsohn-Pflieger, Andrea Nitsch-Westen, Steven Scheiker und Dirk Glaser (Foto: RuhrkanalNEWS)Holger Vockert, Martin Schlenkermann, Thomas Griehsohn-Pflieger, Andrea Nitsch-Westen, Steven Scheiker und Dirk Glaser (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen –„Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt…“ sagt der Künstler und Ideengeber Holger Vockert auf die Frage, warum ausgerechnet bei Temperaturen unter Null Grad der offizielle Beginn für ein ganz besonderes Kunstwerk verkündet wird. Ein Kunsterwerk, das sich mit Lebensmitteln auseinandersetzt. Mit Lebensmitteln aus Hattingen, um genau zu sein. Auf der Wiese direkt vor dem Rathaus wird in wenigen Tagen ein Getreidefeld entstehen. „Es ist das einzige Grundstück in der Stadt, auf dem nie ein Gebäude stand“, sagt Vockert. „Und wir wollen mit dem Getreidefeld daran erinnern.“ Gleichzeitig soll es eine Diskussion darüber anregen, wie Bürger den öffentlichen Raum nutzen. RuhrkanalNEWS wird das Projekt während der gesamten Zeit als Medienpartner begleiten und mit Filmen und Fotos dokumentieren.

NEUTITELDas Getreidefeld wird von Landwirten, Kindergärten und natürlich Holger Vockert betreut. Die Landwirte werden, sobald es das Wetter zulässt, Sommerweizen einsähen. Das Getreide soll den Sommer über wachsen und im Herbst wird es von Bäckerei Nieland zu leckerem Brot verbacken. Schließlich wird es bei einem öffentlichen Entedankfest direkt am Rasthaus verteilt. Zum Fest sind dann auch andere Hattinger Lebensmittelproduzenten vor Ort. „Wir haben in der Stadt zahlreiche Landwirte, die sich dann mit ihren Produkten vorstellen können, es werden Imker dabei sein und auch ein Hattinger Fischzuchtbetrieb“, erzählt Holger Vockert. „Die Liste ist aber noch nicht vollständig, wir haben ja schließlich noch etwa ein halbes Jahr Zeit.“

Die städtischen Kindergärten machen mit

Großen Wert legt der Organisator darauf, dass die „Sponsoren“ sich nicht ins Projekt einkaufen können. Wichtiger als Geld ist Engagement in Form von Arbeitsleistung. Die Landwirte werden das Feld bestellen, den Sommer über pflegen und auch die Ernte einbringen. Gemeinsam mit den Kindergartenkindern werden Bänke und Vogelscheuchen gebaut, die am Feld aufgestellt werden. Die Stadtwerke Hattingen sind dabei, „weil sie das wichtigste Lebensmittel überhaupt“(Vockert) beisteuern. Wasser wird im Laufe des Projektes immer wieder thematisiert, beim Erntedankfest wird demzufolge auch Wasser und kein Bier an die Besucher ausgeschenkt.

„Auch für uns Landwirte wird es eine spannende Zeit. Wir wissen nicht so genau, wie das Getreide in der Innenstadt wachsen wird“, sagt Landwirt Martin Schlenkermann. „Wir haben zwar Bodenanalysen gemacht und der Sommerweizen gilt als ziemlich robust und anspruchslos, aber an der Stelle hat noch nie jemand Landwirtschaft betrieben.“ Zunächst wird ein großer Teil der Wiese vor dem Rathaus gefräst, um den Boden für die Aussaat vorzubereiten. Für moderne Pflüge ist das zukünftige Feld zu klein. Anschließend kommt ein Zaun um das Getreidefeld, außerdem ein kleiner Geräteschuppen gebaut, für Besen, Harken und Rechen. Viele Arbeiten werden per Hand erledigt, auch das ist Teil des Kunstwerks.

Für Unterstützer gilt: Arbeitszeit statt Geld

Für die städtischen Kindergärten ist die Aktion eine gute Gelegenheit den Kindern zu vermitteln, woher unsere Nahrungsmittel kommen. „Vor allem in der Innenstadt haben die Kleinen ja oft keine Gelegenheit das Wachstum intensiv zu verfolgen“, sagt Andrea Nitsch-Westen, Leiterin der städtischen Kita Schreys Gasse. „Die beteiligten Einrichtungen säen deshalb zusätzlich ein ganz kleines, eigenes Versuchsfeld ein, damit die Kinder in den weiter entfernt liegenden Kigas die Fortschritte ebenfalls verfolgen können.“ Die Kinder der Schreys Gasse kommen mindestens zweimal die Woche am Feld vorbei, da es auf dem Weg zur Turnhalle liegt in dem sie Sport machen. Am Ende wollen sie ein bis zwei Kilogramm des Korns selbst mahlen und selbst Brote daraus herstellen. Auch das ist schließlich eine Kunst. Nicht nur in diesem Fall.

Alle Informationen zum Kunstprojekt, den historischen Hintergünden, und allen Teilnehmern finden Sie auf www.getreidefeld.info

Interviews zum Start des Getreidefeld 2018 sehen Sie hier: Künstler und Ideengeber Holger Vockert

Andrea Nitsch-Westen vom der städtischen Kita Schreys Gasse

Landwirt und Milchbauer Martin Schlenkermann

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